Erwachsenenwerkstatt

Die Bildhauerwerkstatt in der JVA Bremen besteht seit 1978 als Werkstatt für erwachsene Gefangene. Sie entstand im Rahmen der Gestaltung des Grüngürtels vor der JVA, zu der der Künstler Prof. Siegfried Neuenhausen männliche Strafgefangene hinzuzog. Diese Idee, mit Insassen für den „Außenraum“ zu arbeiten, war die Geburtsstunde der Bildhauerwerkstatt, die in einer geeigneten Halle untergebracht wurde. Wie in anderen Werkstätten einer JVA kommen die Gefangenen ab etwa 8 bis 16 Uhr zur Arbeit, mit einer Stunde Mittagspause auf der Zelle.

Die erwachsenen Insassen bewerben sich um den Arbeitsplatz. Die Arbeitszeit beträgt 34 Wochenstunden. Die Insassen erhalten die in Werkstätten übliche Entlohnung über die JVA. Der Verein stellt acht Arbeitsplätze zur Verfügung. 
Die KünstlerInnen stehen den Gefangenen unvoreingenommen gegenüber, weil die Delikte der Gefangenen für die künstlerische Arbeit keinen weiteren Belang haben.

Die für die Skulpturen verwendeten Materialien sind Holz und Stein. Die Arbeit mit diesen Werkstoffen bedingt einen langen Prozess. Das bedeutet eine sorgfältige Planung, die Entwicklung handwerklicher Fähigkeiten und viel kreative Denkleistung. Die Gefangenen entdecken neue positive Fähigkeiten und können diese in der Gestaltung weiterentwickeln. Der positive Erfolg hilft ihnen, die schöpferischen Kräfte den zerstörerischen entgegenzusetzen. Die Aufstellung von Skulpturen in den Stadtteilen erhöht die Lebensqualität der Bürger.